Sounds
Radio – Kunst – Neue Musik

13. Februar – 28. März 2010




Die Ausstellung wird vom 11. November 2010 bis zum 27. März 2011 im ZKM | Museum für Neue Kunst, Karlsruhe, gezeigt.


Juan Allende-Blin, Susanne Amatosero, Andreas Ammer, Alfred Andersch, Beate Andres, Antonin Artaud, Ingeborg Bachmann, Walter Bauer, Samuel Beckett, Walter Benjamin, Barry Bermange, Andreas Bick, Friedrich Walter Bischoff, Ursula Block/gelbe MUSIK, Hermann Bohlen, Alessandro Bosetti, Alfred Braun, Peter Leonhard Braun, Bertolt Brecht, Klaus Buhlert, Frieder Butzmann, John Cage, Christian Calon, Velimir Chlebnikov, Carlfriedrich Claus, Console, Alvin Curran, Peter Cusack, Tacita Dean, Eduard Roderich Dietze, Esther Dischereit, Peter Dittmer, Alfred Döblin, Oswald Egger, Günter Eich, Barbara Eisenmann, William Faulkner, Raymond Federman, Luc Ferrari, Walter Filz, Hans Flesch, FM Einheit, Werner Fritsch, Tetsuo Furudate, Martin Gantenbein, Hartmut Geerken, Ulrich Gerhardt, Thomas Gerwin, Stefano Giannotti, Michael Glasmeier, Heiner Goebbels, Patricia Görg, Guido Graf, Kai Grehn, Giuseppe Patroni Griffi, Frank Halbig, Ludwig Harig, Hanna Hartman, Helene Hegemann, Elke Heinemann, Helmut Heißenbüttel, Niklaus Helbling, Paul Hindemith, Hofmann&Lindholm, Steffen Irlinger, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Bernadette Johnson, Arsenije Jovanovic, Mauricio Kagel, Schorsch Kamerun, Dora Kaprálová, Hermann Kasack, Walter Kempowski, Oskar Kokoschka, Thomas Köner, Stephan Krass, Ferdinand Kriwet, Jean-Claude Kuner, Paul Laven, Michael Lentz, LIGNA, Bruno Maderna , Friederike Mayröcker, Sergej Medwedew, Jonathan Meese, Thomas Meinecke, Michaela Melián, Franz Mon, Herbert Morrison, Move D, Heiner Müller, Wolfgang Müller, Albert Ostermaier, Georges Perec, Helmut Peschina, Eberhard Petschinka, Paul Plamper, René Pollesch, Werner Pöschko, Rimini Protokoll, Eduard Roderich, Jon Rose, Dieter Roth, Joseph Roth, Gerhard Rühm, Walter Ruttmann, Rafael Sanchez, Eran Schaerf, Christoph Schlingensief, Ernst Schnabel, Ernst Schoen, Nadja Schöning, Kateřina Šedá, Theodor Siebs, Rolf Simmen, Walter Spies, Tim Staffel, Andrzej Stasiuk, Ronald Steckel, Ulrike Syha, George Tabori, Andrej Tarkowskij, Asmus Tietchens, Jáchym Topol, Naoya Uchimura, Anja Utler, Mario Verandi, Michel Vinaver, Miloš Vojtĕchovský, Wolf Vostell, Antje Vowinckel, Stefan Weigl, Marianne Weil, Kurt Weill, Friedrich Wolf, Ror Wolf, Paul Wühr

Konzeptionsteam: Marius Babias, Gaby Hartel, Frank Kaspar,
Katrin Klingan
Ausstellungsdesign: Ruudi Beier, Peter Wellach
(id3d-berlin themengestaltung)
Projektassistenz: Silvia Ploner


Samuel Beckett während der Produktion von
He Joe, 1966 / Foto: Wilhelm Papst

Zur Zeit der historischen Avantgarden bildeten die Künste eine sich gegenseitig befruchtende Synthese, ehe ab den 1930er Jahren eine Separierung und Spezialisierung in einzelne Disziplinen einsetzte. Das Radio ist ein Ort, an dem dieses Zusammenspiel der Künste auch gegen die Dominanz eines dialogzentrierten Hörspiels immer wieder erprobt und vorangetrieben wurde. Das Ausstellungsprojekt
Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik macht Radio als künstlerisches Medium begehbar und räumlich erlebbar. Ausgehend von der medieneigenen Vielstimmigkeit der Radiokunst und der Faszination der Körperlosigkeit, die die frühen Radiojahre prägte, eröffnet die Ausstellung überraschende Perspektiven auf die Radiokunst und ihr Potenzial, komplexe Erfahrungsräume zu schaffen.

Fünf Radioarbeiten, die im Rahmen des deutsch-tschechischen Radiokunstprojekts
rádio d-cz entstanden, bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung. AutorInnen, KünstlerInnen, HörspieldramaturgInnen, GeräuschesammlerInnen und MusikerInnen begaben sich für rádio d-cz auf Entdeckungsreise in deutsch-tschechische Lebenswelten. Aus tatsächlicher und fiktiv gestalteter Zeitgeschichte erzählen die Radio-Features, Hörspiele und Soundcollagen von Abenteurern und Selfmade-Männern, über trennende Zäune und verbindende Geräusche. Diese fünf Stücke begegnen in der Ausstellung jeweils historischen und zeitgenössischen Referenzstücken, die ihren jeweiligen stilistischen Echoraum erfahrbar machen. Darüber hinaus öffnet Ursula Block für die Dauer der Ausstellung ihr Archiv zur Geschichte der Neuen Musik und akustischen Kunst und zieht mit ihrem Berliner Laden gelbe Musik temporär in den Ausstellungsraum des Neuen Berliner Kunstvereins.

Weitere 25 Referenzstücke aus achtzig Jahren Rundfunkgeschichte stehen für fünf elementare Kraftfelder des Radios, die AutorInnen und KünstlerInnen seit den Anfängen des Mediums faszinierten: die geschmeidige Mobilität, mit der das Radio geographische Distanzen aufhebt, sein vexierbildhaftes Spiel mit den Grenzen von öffentlichem und privatem Raum, seine Kunstfertigkeit, mit Originaltönen fiktive Räume zu schaffen, seine Fähigkeit, für die komplexen Geräuschtexturen des alltäglichen Klangumfelds zu sensibilisieren und sein ureigenes Paradox, in einem „körperlosen“ Medium die Physis der Stimme herauszustellen. Diese fünf Kraftfelder werden in Ausschnitten aus Hörspielen, Features und Klangkompositionen zu erleben sein, die die Hauptstücke umkreisen.

Im Archivteil der Ausstellung sind ferner über 100 weitere Radiokunst-Produktionen der beteiligten Sender versammelt.


Ein Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit Zipp – deutsch-tschechische
Kulturprojekte, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.



Ausstellung und Programm werden ermöglicht durch die finanzielle Förderung von:



In Kooperation mit Deutschlandradio Kultur, Südwestrundfunk, Westdeutscher Rundfunk, Österreichischer Rundfunk und Tschechischer Rundfunk, sowie mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Rundfunks / Hörspiel und Medienkunst.



Medienpartner



Sponsor