Donnerstag, 7. Juli 2016, 19 Uhr
Zum subjektiven Blick im Krieg

Künstlergespräch mit Clemens von Wedemeyer (Künstler, Berlin), Gertrud Koch (Professorin für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin) und Volker Pantenburg (Gastprofessor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin)

In deutscher Sprache
Eintritt frei

Anlässlich der Ausstellung
P.O.V. im Neuen Berliner Kunstverein, in der Clemens von Wedemeyer das dokumentarische Filmmaterial des Rittmeisters Freiherr Harald von Vietinghoff-Riesch untersucht, der zwischen 1938 und 1942 als Amateur-Kameramann im Zweiten Weltkrieg hinter der Front filmte, sollen Möglichkeiten des künstlerischen Umgangs mit dem historisch ambivalenten Material diskutiert werden, insbesondere im Zusammenhang mit Fragen nach Motivketten und Filmgrammatik, nach der Auswertung von privaten Filmen beispielsweise im Rahmen von Fernsehsendungen, sowie nach der Art und Weise, wie sich Ideologien in private Aufnahmen einschreiben.

Clemens von Wedemeyer studierte Fotografie und Medien an der Fachhochschule Bielefeld und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er seit 2013 als Professor für Medienkunst tätig ist. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und seine Filme waren auf diversen Filmfestivals zu sehen, zuletzt u. a.: Forum Expanded, Berlin (2016); Filmfestival Diagonale, Graz (2016); Museum of Contemporary Art, Chicago (2015); Braunschweiger Kunstverein (2014); Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Rom (2013); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); Frankfurter Kunstverein (2011); Barbican Centre, London (2009); MoMA PS1, New York (2006).

Gertrud Koch ist Professorin für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Gastprofessuren führten sie u. a. nach Tel Aviv, New York, Wien und Rio de Janeiro; zudem hielt sie sich für ihre Forschungen u. a. am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und am Getty Research Center in Los Angeles auf. Koch ist Mitherausgeberin mehrerer deutscher und internationaler Zeitschriften, sie veröffentlichte Einführungsbände zu Herbert Marcuse (zus. m. H. Brunkhorst, 1987) und Siegfried Kracauer (1996) sowie die Monographien „Was ich erbeute, sind Bilder“. Zur filmischen Repräsentation der Geschlechterdifferenz (1988) und Die Einstellung ist die Einstellung. Zur visuellen Konstruktion des Judentums (1992). In ihrer aktuellsten Publikation Die Wiederkehr der Illusion – Der Film und die Kunst der Gegenwart (im Erscheinen) widmet sie sich der grundlegenden Rolle des Films in der Illusionsästhetik.

Volker Pantenburg ist seit 2010 Juniorprofessor für Bildtheorie mit dem Schwerpunkt Bewegtbildforschung an der Bauhaus-Universität Weimar; im Sommer 2016 nimmt er eine Gastprofessor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin wahr. Er forscht zu kinematografischen Objekten, experimentellen und dokumentarischen Filmen und dem Schnittfeld von Kino und zeitgenössischer Kunst. Zu seinen Publikationen gehören Film als Theorie. Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard (2006) und Ränder des Kinos. Godard – Wiseman – Benning – Costa (2010); als Mitherausgeber veröffentlichte er u. a. Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema (2012) und Wörterbuch kinematografischer Objekte (2014). 2015 erschien der vom ihm herausgegebene Sammelband Cinematographic Objects. Things and Operations.