Donnerstag, 8. Dezember 2016, 19 Uhr
Der fotografische Blick

Podiumsdiskussion mit Doreen Mende (Kuratorin und Theoretikerin, Berlin / Genf), Michael Oppitz (Prof. em. Ethnologie, Universität Zürich und Leiter des Zürcher Völkerkundemuseums) und Katharina Sykora (Prof. Kunstgeschichte, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig), moderiert von Anselm Franke (Leiter Bildende Kunst und Film, Haus der Kulturen der Welt, Berlin)

In deutscher Sprache
Eintritt frei

Mit
Nach Berlin präsentiert der Neue Berliner Kunstverein Werke von Candida Höfer, die die Bandbreite der künstlerischen Sichtweisen der renommierten Fotografin erfahrbar machen – vom Formenreichtum zu Grundformen, vom Blick auf das vielfältige Ganze zur Konzentration auf das abstrakte Detail und von der Statik zum Bewegtbild. Ausgehend von diesem umfangreichen Werk, diskutieren ExpertInnen bildtheoretische Aspekte, die Candida Höfers Arbeiten – insbesondere die jüngsten – auszeichnen.


Anselm Franke, Autor, Kunstkritiker und Kurator, leitet seit Anfang 2013 den Bereich Bildende Kunst, Film, Digitale Medien am Haus der Kulturen der Welt, Berlin. Er war Kurator der Shanghai Biennale (2014/2015) und der Taipei Biennale (2012) sowie Ko-Kurator des Programms Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin (2012), der 1. Brüssel Biennale (2008) und der Manifesta 7 in Trentino-Alto Adige / Italien (mit Adam Budak, Hila Peleg, Raqs Media Collective, 2008). Von 2006–2010 war Franke Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen, von 2001–2006 Ausstellungsleiter der Kunst-Werke – KW Institute for Contemporary Art, Berlin.

Doreen Mende ist Kuratorin und Theoretikerin, sie beschäftigt sich mit geopolitischen Konstellationen, Bildtechnologien, Ökonomie, Display und Wissenslimits. Ausstellungen, Publikationen und Projekte mit KP Brehmer, Candida Höfer, Armin Linke und Behnam Sadighi, außerdem:
Travelling Communiqué (2013/2014), Doppelte Ökonomien (2012/2013), Fehler #5 (2007), Ear Appeal (2006) und das Praxis-geführte PhD The Itinerant (2014). Sie war Research Fellow der Arab Image Foundation, Beirut (2011) und Blog-Resident des Manifesta Journal (2013/2014). Mende ist Gründungsmitglied von General Public und des Harun Farocki Instituts in Berlin sowie seit 2015 Leiterin und Professorin des CCC Research Master und PhD-Forums an der Haute école d'art et de design, Genf.

Michael Oppitz studierte in Berkeley, Bonn und Köln, 1974 legte er seine Dissertation zur Geschichte der strukturalen Anthropologie vor, 1986 Habilitation mit einer Studie zur Heirat mit der Kreuzkusine (beide Schriften erschienen bei Suhrkamp). Feldforschungen im Himalaya bei den Sherpa (1965), den Magar (1977–1984), den Naxi in Yunnan (1995–1996) und den Qiang in Sichuan (2000–2001). Gastprofessuren in England, Frankreich und den USA, von 1991–2008 Professor für Ethnologie an der Universität Zürich und Direktor des dortigen Ethnographischen Museums, seit 2008 emeritiert. Oppitz veröffentlichte zahlreiche Bücher zu Verwandtschaft, Mythologie, Ritual, Schamanismus, visueller Anthropologie und materieller Kultur, zuletzt:
Morphologie der Schamanentrommel (2013); eine neue Studie zum Mythos der verlorenen Schrift ist derzeit in Arbeit.

Katharina Sykora studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und Heidelberg sowie Filmwissenschaft in Frankfurt/Main. Ab 1985 Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Feministischen Archiv und Dokumentationszentrum Frankfurt/Main und an der Kunsthalle Mannheim. Von 1994–2000 war Sykora Professorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung an der Ruhr-Universität Bochum, seit 2001 ist sie Professorin am Institut für Kunstwissenschaft der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seit 2013 leitet sie zudem das DFG Graduiertenkolleg „Das Fotografische Dispositiv“.