Donnerstag, 27. Oktober 2016, 19 Uhr
Is Art Useful in the Context of Contemporary Politics?

Podiumsdiskussion

Mit Julieta Aranda (Künstlerin, Berlin/New York),
Boris Buden (Kulturtheoretiker, Autor, Berlin),
Fulya Erdemci (Kuratorin, Autorin, Istanbul),
moderiert von Ingo Arend (Autor, Kritiker, Berlin)

In englischer Sprache
Eintritt frei

Der Neue Berliner Kunstverein präsentiert aktuell die Ausstellung
Space Refugee von Halil Altındere, die angesichts der Abwehr von MigrantInnen in Europa mit ironischer Distanz den Weltraum als Zufluchtsort für Geflüchtete vorschlägt.

Ob 9/11, Fukushima, „Flüchtlingskrise“ oder Charlie Hebdo – weltpolitische Ereignisse haben einen Einfluss auf die zeitgenössische Kunst. Die Interferenzen von Kunst und Politik, die sich auch in Halil Altınderes Werk zeigen, sind der Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Art und Weise, wie die zeitgenössische Kunst auf das globale politische Geschehen Bezug nimmt. Dabei spielt die Analyse ethischer Grundsätze in der zeitgenössischen Kunst genauso eine Rolle wie die Frage, ob – und wenn ja, wie – die Kunst die Wahrnehmung politischer Themen in der Öffentlichkeit beeinflusst.

Julieta Aranda, geboren in Mexiko-Stadt, lebt und arbeitet als Künstlerin in New York und Berlin. In ihrer Praxis beschäftigt sie sich u. a. mit dem politisierten Subjekt beziehungsweise der Möglichkeit einer politisierten Subjektivität. Zusammen mit dem Künstler Anton Vidokle gründete sie die Internetplattform e-flux und gibt regelmäßig das Online-Magazin e-flux Journal heraus. Seit 2010 realisiert Aranda zusammen mit Vidokle das Projekt Time / Bank, in dem mit Zeit als alternativer Währung gehandelt wird. Ausstellungen (Auswahl): Berlin Biennale (2014); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); Neuer Berliner Kunstverein (2012); Venedig Biennale (2011); Portikus, Frankfurt/Main (2011); 6. Liverpool Biennial (2010); Guggenheim Museum, New York (2009).

Ingo Arend, geboren in Frankfurt/Main, Politologe und Historiker, arbeitet seit 1990 als Autor und Kritiker in Berlin. Von 1996 bis 2010 war er bei der Wochenzeitung Freitag tätig, zuletzt als Redaktionsleiter. Er ist Mitglied des Präsidiums der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und lebt in Berlin.

Boris Buden ist Autor, Kulturtheoretiker und Übersetzer. Seine Texte befassen sich mit Themen aus den Bereichen Philosophie, Politik, Kultur- und Kunstkritik; zu seinen Übersetzungen ins Kroatische zählen zahlreiche wichtige Werke Freuds. Buden ist Autor von Findet Europa (2015), Zone des Übergangs: Vom Ende des Postkommunismus (2009), Übersetzung: Das Versprechen eines Begriffs (mit Stefan Nowotny, 2008), Der Schacht von Babel: Ist Kultur übersetzbar? (2004) u. a. Derzeit lehrt Buden Kulturtheorie an der Bauhaus Universität Weimar, er lebt in Berlin.

Fulya Erdemci lebt und arbeitet als Kuratorin und Autorin in Istanbul. Sie kuratierte u. a. die 13. Istanbul Biennale (2013) sowie den Türkischen Pavillon auf der 54. Venedig Biennale (2011). Von 2008–2012 leitete sie die Stichting Kunst en Openbare Ruimte (SKOR) in Amsterdam. Zu den dort von ihr realisierten Projekten gehörten Morality Wall: Between You and I (in Kooperation mit Witte de With, Rotterdam, 2010) und die internationale Recherche-, Symposien- und Publikationsreihe Actors, Agents and Attendants (2010–2011). Zur Zeit ist Erdemci Kuratorin des Bereichs Zeitgenössische Kunst des Cappadox-Festivals, das 2015 in Kappadokien initiiert wurde.