Donnerstag, 3. Dezember 2015, 18 Uhr
Joseph Beuys: Richtkräfte, 1974

Mit René Block (Ausstellungsmacher, Berlin) und Eugen Blume (Leiter Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin)
In deutscher Sprache
Ort: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin
Treffpunkt im Foyer


Die Arbeit Richtkräfte einer neuen Gesellschaft (1974) von Joseph Beuys gehört zu den Hauptwerken der Sammlung der Nationalgalerie Berlin. Die rund 100 kreidebeschrifteten Tafeln stammen aus einer von Beuys im Jahr 1974 im Rahmen der Ausstellung Art into Society – Society into Art am Institute of Contemporary Arts in London gehaltenen Lehrveranstaltung. Die Londoner Aktion wurde zunächst 1975 von René Block in New York und 1976 anlässlich der Biennale in Venedig als Environment gezeigt und schließlich 1977 von Beuys im Foyer der Nationalgalerie installiert. Die Arbeit veranschaulicht Beuys’ sowohl diskursive als auch visuelle Kunstpraxis und ist Ausdruck seines erweiterten Kunstbegriffs.

Bereits 1964 zeigte René Block Arbeiten des damals noch unbekannten Joseph Beuys in seiner mittlerweile legendären Ausstellung
Neodada, Pop, Décollage, Kapitalistischer Realismus. Die weitere enge Zusammenarbeit von René Block und Joseph Beuys gestaltete sich äußerst produktiv. Nicht zuletzt Beuys’ Aktion I like America and America likes Me (1974), die René Blocks Galerie in New York eröffnete, schrieb Kunstgeschichte.

Eugen Blume (*1951) ist seit 2001 Leiter der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin. Blume arbeitete von 1981 bis 1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin und wechselte anschließend zur Berliner Nationalgalerie. Seit 1993 befasst sich Blume außerdem mit dem Aufbau des Medien-Archivs Joseph Beuys.

René Block (*1942) ist Galerist und Ausstellungsmacher. 1964 eröffnete er seine erste Galerie in West-Berlin und war als Projektleiter des Programmbereichs Bildende Kunst und Musik für das Berliner Künstlerprogramm des DAAD (1982-1992) tätig. Er leitete das ifa Institut für Auslandsbeziehungen (1993-1995) und das Fridericianum in Kassel (1997-2006), gründete den Ausstellungsraum für türkische Kunst Tanas (2008) und war Leiter zahlreicher Biennalen, u.a.: Biennale des Friedens, Hamburg (1985); Biennale Sydney (1991); Istanbul Biennale (1995); Gwangju Biennale (2000).