Donnerstag, 7. April 2011, 19 Uhr
Lobbying und Raumproduktion
Eine anonyme Macht verändert die Stadt?


Vortrag von Maren Polte (Gastprof. Kunstgeschichte, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien; Mitarbeit an der politischen Repräsentanz des schwedischen Technologiekonzerns Saab AB, Brüssel)
Eine Veranstaltung der Akademie c/o Neuer Berliner Kunstverein


Lobbying: Industrie, Firmen, Verbände, NGOs, sie alle suchen die Nähe zur Politik. Der so genannten Interessensvertretung eilt ein schlechter Ruf voraus. Politik und Lobbying, Entscheidung und Beeinflussung stehen in einem eitlen, misstrauischen Verhältnis zueinander. Es ist eine symbiotische Beziehung, die in Europa nirgendwo so gut zu beobachten ist wie in Brüssel. Hier trifft ein globaler Wirtschaftsblock (von 500 Millionen Menschen) seine zentralen Beschlüsse - unter ständiger Beobachtung von unzähligen Interessensvertretern und Consultants. Das gedrängte Beieinander von Politik und Lobbying hat über die letzten 50 Jahre die Stadt architektonisch geprägt. Die daraus resultierenden urbanistischen Konsequenzen erzählen viel über dieses Verhältnis und sind dabei auch aufgrund der gewachsenen Strukturen eine Kontrafaktur zur Konzeptgestaltung des Berliner Regierungsviertels.

Dr. Maren Polte ist Kunsthistorikerin. Bis 2006 war sie wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Horst Bredekamp an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Gastprofessorin für Kunstgeschichte an der Katholieke Universiteit Leuven, Belgien. Ihre Schwerpunkte in Forschung wie Lehre sind moderne und zeitgenössische Kunst sowie Fotografie. Zurzeit arbeitet sie an der politischen Repräsentanz des schwedischen Technologiekonzerns Saab AB in Brüssel mit.

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