Sonntag, 25. Mai 2014, 15 Uhr
Visionary Archive – It all depends #3:
Von Boé nach Berlin – Ein mobiles Labor zur Filmgeschichte Guinea-Bissaus


Präsentation, Filmscreening und Artist Talk mit Suleimane Biai und Filipa César
Ort: Kino Arsenal,
www.arsenal-berlin.de

Filipa César setzt sich in ihren Filmen und Installationen mit den post-kolonialen Konstellationen auseinander, die die jüngere Geschichte Portugals hervorgebracht hat. Seit 2011 gelten ihre Recherchen der Filmproduktion Guinea-Bissaus, deren Anfänge eng mit dem Befreiungskampf verknüpft waren. Im Februar 2014 hat sie gemeinsam mit dem Filmemacher Suleimane Biai in Birbam, etwa drei Stunden nördlich der Hauptstadt Bissau, drei Wochen lang den Bau eines Hauses dokumentiert, das den umliegenden Dörfern als Versammlungsraum dienen soll. Suleimane Biai ist neben seiner Arbeit als Filmemacher auch der régulo in dieser Region und hat damit die Aufgaben eines Gemeindevorstands und Schlichters übernommen. Die für den Neuen Berliner Kunstverein in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst konzipierte Installation Regulado ist nach dem Wirkungsbereich des régulo benannt, meist ein Verbund mehrerer Dörfer. Sie resultiert aus einer Konfrontation, die sich am Rande der Dreharbeiten in Birbam ereignete und durch die das filmische Handeln auf unvorhergesehene Weise in Anspruch genommen wurde. Um zwei aufeinander bezogene, jeweils in einer Einstellung gedrehte Videos skizziert die Installation Bezüge zwischen verschiedenen diskursiven und physischen Räumen, die sich in dieser Begegnung verschachteln: der Verantwortungsbereich des régulo und der inszenatorische Raum vor der Filmkamera, aber auch das im Off errichtete Versammlungshaus, ein mobiles Kino in Birbam und der Showroom in Berlin.

In Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst im Rahmen des Projekts
Visionary Archive, gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes