Donnerstag, 3. Juni 2010, 19 Uhr
Künstleringespräch

Mit Asta Gröting (Künstlerin) und Marius Babias (n.b.k. Direktor)

Die Einzelausstellung von Asta Gröting im Neuen Berliner Kunstverein ist die erste institutionelle Ausstellung der Künstlerin in Berlin. Die Ausstellung im n.b.k. zeigt 15 Arbeiten aus den letzten Jahren und verweist damit auf ein breites Oeuvre Grötings. In ihren Skulpturen kommen die unterschiedlichsten Materialien zur Anwendung wie Perlen, Magnete, Bronze, Glas, Kabel oder Motoren. Die Arbeit Käfig (1995) ist ein schwebender Kubus aus 2.000 Glasperlen, die an Nylonschnüren aufgehängt sind. So entsteht trotz minimalen Materialeinsatz ein großes Volumen. In Einen Funken Leidenschaft (2008) springt alle paar Sekunden ein Zündfunken zwischen zwei Kabelenden, die in einem 1 cm großen Wandloch installiert sind. Grötings Skulpturen verbinden das scheinbar Sichtbare mit dem Unsichtbaren und thematisieren die menschliche Körperlichkeit. 



In einer schwarzen Fensterfront sind Begriffe in Anlehnung an Pierre Bourdieus
Die feinen Unterschiede (1982) hineingeritzt. Sie stehen für unterschiedliche Indikatoren der Lebensstile von Arbeitern, Unternehmern und Lehrern.



Im filmischen Werkblock
The Inner Voice (1993-2004) entwickelt Gröting eine Videoserie mit BauchrednerInnen weltweit. Die Dialoge für die im n.b.k. gezeigten Videos sind von Gröting verfasst. Die von ihr geschaffene Puppe spiegelt im Dialog mit den BauchrednerInnnen und dem Publikum das Ungesagte, das Verdrängte und das Triviale. Im Vordergrund dieser Serie stehen alltägliche psycho-soziale Handlungen als künstlerisches Material – im Gegensatz zur Materialität der Skulpturen.