Donnerstag, 3. September 2009, 18 Uhr
Ausstellungstour

Mit Marius Babias (Kurator und n.b.k. Direktor)

Die Präsentation im Neuen Berliner Kunstverein ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin und Filmemacherin Hito Steyerl in einer deutschen Institution. Steyerl stellte in Großausstellungen wie 3. berlin biennale für zeitgenössische Kunst (2004), Manifesta 5 (2004), documenta 12 (2007) oder Shanghai Biennale (2008) aus. Sie agiert an der Schnittstelle zwischen Film und Bildender Kunst. Ihre Filme vereinen Elemente des Experimentalfilms, des Autorenkinos, des Dokumentarfilms und der Videokunst. Die in Philosophie promovierte Künstlerin arbeitet zu Themen wie postkolonialer und feministischer Repräsentationskritik.

Mit einer stilistisch geschliffenen, diskursanalytisch geschulten (Bild-)Sprache verbindet Steyerl die ästhetische Durchdringung der visuellen Massenkultur mit einem Nachdenken über gesellschaftliche Entwicklungen. Dabei steht sie für eine Arbeitsweise, die als „Theoriepraxis“ bezeichnet werden könnte. Damit ist ein „diskursives Handeln“ gemeint, welches die Trennung von Theorie und Praxis hinter sich lässt, um zu einer komplexen analytischen Betrachtung der Welt zu gelangen, die Visualität und Sprache gleichermaßen umfasst. Bei diesem Ansatz verharrt das theoretische Denken nicht in der Reflexion, vielmehr wird es produktiv verbunden im Filmemachen als schöpferischen Akt der Vermittlung zwischen Theorie und Praxis.