Samstag, 17. Juni 2017, 15 Uhr
How Deep Is Your Love?
Zum Zustand der deutsch-israelischen Beziehungen


Kongress, organisiert von der Wochenzeitung Jungle World
Mit Ralf Balke, Eldad Beck, Nirit Bialer, Johannes C. Bockenheimer, Ivo Bozic, Irene Eidinger, Stephan Grigat, Julia Hoffmann, Susanne Knaul, Ben Salomo, Shahak Shapira

Im vorigen Jahr wurde das 50. Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel begangen. Im Juni 2017 jährt sich zum 50. Mal der Sechstagekrieg, in dessen Folge auch viele Linke in Deutschland einen israelfeindlichen Kurs eingeschlagen haben. Seitdem ist viel geschehen – oder auch nicht. Antisemitismus ist nicht nur in Deutschland wieder auf dem Vormarsch und Israel hat international nicht viele Freunde dazugewonnen. Gleichzeitig sind viele Israelis nach Deutschland migriert, es gibt einen regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch. Mit dieser Diskussionsveranstaltung wollen wir herausfinden, wie es um den Beziehungsstatus steht. Eines ist dabei klar: Es bleibt kompliziert.

Programm, Samstag 17. Juni 2017
15 Uhr Eröffnung: Irene Eidinger (Jungle World), Geschäftsführerin der Wochenzeitung Jungle World

15.30 – 17.30 Uhr Panel 1 „Wer braucht schon Freunde?“
Welche Staaten, welche gesellschaftlichen Akteure stehen hinter Israel? Auf wen kann sich Israel tatsächlich verlassen? Was ist von der „deutschen Staatsräson“ im Hinblick auf Israel zu halten, auch angesichts des Umgangs Deutschlands mit den Feinden Israels? Und was ist von den Institutionen der „internationalen Gemeinschaft“ zu erwarten, was von den USA?

Podium:
– Johannes C. Bockenheimer, Korrespondent des
Handelsblatt sowie Redakteur des Tagesspiegel, Autor des Sachbuchs Chuzpe, Anarchie und koschere Muslime (2015)
– Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien
– Susanne Knaul, Korrespondentin der Tageszeitung
taz in Israel
– Eldad Beck, Deutschlandkorrespondent der israelischen Tageszeitung
Yedioth Ahronoth, lebt in Berlin
Moderation: Ivo Bozic, freier Journalist und Mitherausgeber der Wochenzeitung
Jungle World

18 – 20 Uhr Panel 2 „Leaving Tel Aviv“
Tausende Israelis leben inzwischen in Berlin. Das führt zu einem umfangreichen kulturellen Austausch, aber auch bei vielen jungen Israelis zu Fragen nach der eigenen Identität. Welche Folgen hat diese Migration für die zionistische Idee in Israel, ist der Vorwurf des Verrats am Zionismus berechtigt? Und welche Folgen hat die neue Alltäglichkeit jüdischen Lebens in Berlin für die deutsche Vergangenheitsbewältigung? Und welchen Einfluss hat das alles auf die deutsch-israelischen Beziehungen?

Podium:
– Nirit Bialer, Gründerin der Initiative „Habait“, Vermittlerin israelischer Kultur
– Shahak Shapira, in Israel geboren, Satiriker und Autor, lebt in Berlin
– Ben Salomo, aus Israel stammender Rapper, in Berlin aufgewachsen, Gründer der Konzertreihe „Rap am Mittwoch“
– Ralf Balke, Historiker, arbeitet als freier Journalist in Berlin und Tel Aviv
Moderation: Julia Hoffmann, Redakteurin der Wochenzeitung
Jungle World