Donnerstag, 17. März 2011, 19 Uhr
Künstleringespräch

Karin Sander (Künstlerin, Berlin/Zürich) und Marius Babias (n.b.k. Direktor)

Für ihre Einzelausstellung im Neuen Berliner Kunstverein plant Karin Sander eine Intervention, die eine alltägliche Handlung isoliert aufgreift und in den Raum als Skulptur übersetzt, indem sie ein banales und entwertetes Material verwendet. Durch die Decke des Ausstellungsraumes und damit in den Fußboden der darüberliegenden Geschäftsräume des n.b.k. werden 30 cm große Kernbohrungen ausgeführt – an Stellen, wo für gewöhnlich Papierkörbe stehen. Der Papierkorb fehlt, doch seine mit ihm verbundene alltägliche Geste des Entsorgens erhält Karin Sander durch die Handlungsanweisung an die n.b.k. MitarbeiterInnen, das Fehlen der Papierkörbe zu ignorieren. So fällt nutzlos gewordenes Material aus dem Stockwerk der Administration in den Ausstellungsraum und verwandelt sich durch die Verschiebung des Kontextes in eine ständig wachsende temporäre Skulptur.

Karin Sander (*1957) ist eine der international bekanntesten KünstlerInnen ihrer Generation. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und ist mit ihren Werken in zahlreichen Sammlungen weltweit vertreten, u. a. in der Staatsgalerie Stuttgart, im MoMA, New York, und im Hirschhorn Museum, Washington. Seit 2007 ist sie Professorin für Architektur und Kunst an der ETH Zürich. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und lebt heute in Berlin und Zürich.

In deutscher Sprache