Donnerstag, 10. April 2014, 19 Uhr
Berlin > < Moskau > < Peking

Videopräsentation mit Anatoly Shuravlev (Künstler, Berlin / Moskau); Podiumsdiskussion mit Anatoly Shuravlev, Oxana Timofeeva (Philosophin, Mitglied von Chto Delat?, Moskau / Berlin) und Joanna Warsza (Kuratorin Public Programme, 10. Manifesta, St. Petersburg, lebt in Berlin / Warschau), moderiert von Kathrin Becker (Leiterin n.b.k. Video-Forum)
In englischer Sprache


Der russische Künstler Anatoly Shuravlev setzt sich in seinen jüngsten Arbeiten kritisch mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unterschiedlicher Kulturen auseinander. Dabei deckt er Parallelen auf und stellt Bezüge zwischen jahrhundertealten Traditionen, revolutionären Neuerungen in der Kunst sowie der globalisierten Gegenwartskultur her. Zu Beginn des Abends präsentiert Shuravlev eine Videodokumentation über die Entstehung seiner zentralen Arbeit Universe in China (2014) für seine aktuelle Ausstellung in der Galerie Urs Meile in Peking. Hierfür schufen zwei tibetanische Mönche ein Mandala aus 100 kg schwarzem Sand, das sich in Form einer Karte von China auf dem Boden des Ausstellungsraums erstreckt. Ausgehend von den aktuellen politischen Ereignissen in Osteuropa beleuchtet die Veranstaltung beispielhaft Rahmenbedingungen für die Kunstproduktion und diskutiert den Komplex von künstlerischem und kuratorischem Selbstverständnis im globalisierten Kunstfeld mit seinen unterschiedlichen Wertevorstellungen und Kunstbegriffen.

Anatoly Shuravlevs (*1963 in Moskau, lebt in Berlin und Moskau) Werk umfasst Fotografie, Malerei, Video und Installation. Zuletzt waren seine Arbeiten u. a. zu sehen: Neuer Berliner Kunstverein (2014); National Centre for Contemporary Arts, Kaliningrad (2013); National Art Museum of Ukraine, Kiew (2012); CentrePasquArt, Biel (2011); Palazzo Cavalli Franchetti, Venedig (2011); Moscow Museum of Modern Art (2009, 2007); Russischer Pavillon, 53. Venedig Biennale (2009); Ludwig Museum, Budapest (2007); Moscow Biennale of Contemporary Art (2009, 2007, 2005), MoMA PS1, New York (2009).

Oxana Timofeeva (* in Tomskaya Oblast (Sibirien), lebt in Moskau und Berlin) ist Philosophin und Autorin sowie Mitglied der 2003 in St. Petersburg von KünstlerInnen, PhilosophInnen, KunstkritikerInnen, MusikerInnen und SchriftstellerInnen gegründeten Gruppe Chto Delat?. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau und derzeit Humboldt Fellow an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hielt Vorträge und Vorselungen an der Leuphana-Universität Lüneburg (2014) und an der Justus-Liebig-Universität Gießen (2012–2013). Timofeeva ist Autorin verschiedener Bücher, u. a.
History of Animals: An Essay on Negativity, Immanence and Freedom (Maastricht, 2012) und der auf Russisch erschienenen Introduction to the Erotic Philosophy of Georges Bataille (Moskau, 2009).

Die Kuratorin Joanna Warsza (*1976 in Polen, lebt in Berlin und Warschau) beschäftigt sich überwiegend mit politischen und sozialen Fragestellungen im öffentlichen Raum. Warsza leitet das Public Programme der 10. Manifesta in St. Petersburg (2014). Sie kuratierte den Georgischen Pavillon auf der 55. Venedig Biennale (2013) und war Teil des KuratorInnen-Teams der 7. Göteborg Biennale (2013). 2012 war sie als Ko-Kuratorin der 7. Berlin Biennale tätig. Ferner gründete sie 2006 die Laura Palmer Foundation (bis 2011) und ist Herausgeberin verschiedener Bücher, u. a.
Ministry of Highways: A Guide to the Performative Architecture of Tbilisi (2013), Forget Fear (2012) und Stadium X – A Place That Never Was (2009).