Sonntag, 30. Oktober 2011, 19 Uhr
Philosophie des Subjekts

Vortrag von Marcus Steinweg (Berlin) in der Reihe „Was ist Philosophie?“

Im Subjekt kreuzen sich die Dimensionen einer radikalen Passivität und einer hyperbolischen Aktivität. Das Subjekt ist der Schauplatz dieser Kreuzung. In ontotopologische Kategorien übersetzt, heißt dies: Das Subjekt ist der Ort, an dem die Zukunft in die Vergangenheit interveniert und die Vergangenheit die Zukunft determiniert. Intervention und Determination sind streng kompossibel, so sehr sie einander auszuschließen scheinen. Man könnte auch sagen, dass das Subjekt zwar unmöglich ist (als Subjekt voller Autonomie und Selbsttransparenz etc.), dass es aber als diese Unmöglichkeit einen gewissen Subjektstatus behauptet. Denn was ist das Subjekt, wenn nicht der Bezug auf seine Unmöglichkeit?

Marcus Steinweg (*1971) lebt als freier Philosoph und Autor in Berlin. Er studierte Philosophie, Germanistik und Altphilologie. Zurzeit unterrichtet er an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift
Inaesthetics, die sich mit der Beziehung zwischen Kunst und Philosophie auseinandersetzt. Publikationen (Auswahl): MAPS (zusammen mit Thomas Hirschhorn, Berlin: Merve, 2011); Aporien der Liebe (Berlin: Merve, 2010); Politik des Subjekts (Zürich: Diaphanes, 2009); Der Ozeanomat: Ereignis und Immanenz (Köln: Salon, 2002); Krieg der différance (Koblenz: Dietmar Fölbach, 2001).

In deutscher Sprache