Harun Farocki

Stilleben (Nature morte)Stilleben (Nature morte)

Harun Farocki (*1944 in Nový Jičín / Tschechoslowakei, † 2014 bei Berlin) gilt als einer der wichtigsten und international einflussreichsten deutschen Filmemacher. Er war ein Ethnograf kapitalistischer Lebenswelten, die er intellektuell sezierte und analysierte. Zentral für seinen Ansatz und sein Gesamtwerk ist die Untersuchung der Bedeutung von Bildern, ihrer Entstehung und insbesondere der ihnen eingeschriebenen Machtstrukturen. In seinem Film Stilleben (Nature morte) (1997) dokumentiert er die Arbeit von Werbefotografen: Produkte werden mit ungeheurem Aufwand arrangiert und inszeniert, eine Dramaturgie kreiert, Bedürfnisse erfunden. Dem gegenüber stellt Farocki die niederländisch- flämische Malerei des 16. Jahrhunderts, die ebenfalls angetreten ist, glanzvolle Bilder zu schaffen, um eine bestimmte Stimmung, Begehren und Bewunderung zu erzeugen. So wie die Gemälde auch an Vergänglichkeit und Sterblichkeit erinnern sollen, zeigt sich durch den genauen Blick von Farockis Kamera die Scheinheiligkeit der Werbewelt. Farockis Œuvre umfasst mehr als 100 filmische Arbeiten, darüber hinaus war er auch als Dozent und Medientheoretiker sowie als Video- und Installationskünstler erfolgreich. Zuletzt waren seine Arbeiten u.a. zu sehen: Neuer Berliner Kunstverein (2017; 2009); Haus der Kunst, München (2017); Manifesta, Zürich (2016); Hamburger Bahnhof, Berlin (2016; 2014); Museum Ludwig, Köln (2014); Deichtorhallen Hamburg (2012); Museum of Modern Art, New York (2011); Kunsthaus Bregenz (2010).



Stilleben (Nature morte)
1997, 16-mm-Film, digitalisiert, 2K, 56:04 min, 4:3, Farbe, Ton, deutsche Originalfassung + englische Sprachfassung, Auflage 7 + 2 AP, Zertifikat
12.900 Euro Mitglieder, 13.400 Euro Nichtmitglieder