Harun Farocki


Harun Farocki (*1944 in Nový Jičín1944 in Nový Jičín, Sudetenland, † 2015 in Berlin) war als Filmemacher, Kurator und Produzent tätig und prägte mit seinem Schaffen das Genre des Essay- und experimentellen Dokumentarfilms. Charakteristisch für seine bild- und medienreflexiven Arbeiten ist die kritische Hinterfragung von ökonomischen Machtstrukturen. Farocki berücksichtigte dabei die Eigenheit der Einstellung und kommentierte verwendetes Material wie Fotos und Found-Footage aus Spiel- oder Lehrfilmen mit Brechtschem Selbstverständnis. Seit 1966 realisierte er über 100 Produktionen für Fernsehen oder Kino. Sein Film Die Umschulung erhielt 1995 den Adolf-Grimme-Preis, der Dokumentarfilm Nicht ohne Risiko 2006 den Herbert Quandt-Medien Preis und der Film Zum Vergleich 2009 den Arte-Dokumentarfilmpreis. Mit seiner Arbeit Ohne Titel drucke er den internen Zwist des Kunstfeldes zwischen Erfolg und Freiheit, Anerkennung und Vereinnahmung als Statement auf ein T-Shirt. Seit 1996 nahm Farocki an zahlreiche Einzelausstellungen in Galerien und Museen teil, u. a.: Museum Ludwig, Köln (2009); Tate Modern, London (2009); MoMA, New York (2011); Museum of Modern Art, Río de Janeiro (2012); MUAC, Mexico City (2014). Farocki war Teilnehmer der documenta 12 (2007) sowie der Biennalen in Prag (2007), Sydney (2008), Shanghai (2008, 2014) und Venedig (2013, 2015). Von 2011 bis 2014 realisierte Harun Farocki mit Antje Ehmann das Projekt Eine Einstellung zur Arbeit, welches 2015 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin und bei der Venedig Biennale präsentiert wurde. Von 1993–1999 hatte Harun Farocki eine Gastprofessur an der University of California in Berkeley inne. Seit 2004 war er Gastprofessor und von 2006–2011 ordentlicher Professor an der Akademie für Bildende Künste in Wien.



Ohne Titel
2011, Siebdruck auf T-Shirt, Größen L, M, S, Auflage 45, signiert und nummeriert
150 Euro Mitglieder, 250 Euro Nichtmitglieder