Harun Farocki. Zehn, zwanzig, dreißig, vierzig. Fragment einer Autobiografie. Schriften. Band 1

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Herausgegeben von Marius Babias und Antje Ehmann

208 Seiten, mit Abb., Klappenbroschur, 19,80 Euro / 15,00 Euro (Mitglieder), Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2017, ISBN 978-3-96098-223-4


Teil der Gesamtausgabe:
Harun Farocki. Schriften.
Hrsg. von Marius Babias, Antje Ehmann, Tom Holert, Doreen Mende, Volker Pantenburg

Harun Farocki (1944–2014) gilt als einer der wichtigsten und international einflussreichsten deutschen Filmemacher. Sein OEuvre umfasst mehr als 100 Filme und Produktionen: Experimental- und Dokumentarfilme, Essay-, Kurz- und Spielfilme. Sein Gesamtwerk geht aber weit darüber hinaus, auch im Bereich bildende Kunst als Video- und Installationskünstler war er international erfolgreich, ebenso als Dozent und Medientheoretiker.

Für Harun Farocki war das Schreiben untrennbar mit seinen filmischen Arbeiten verbunden; seine Arbeit am Bildbegriff bedeutete immer auch eine Übersetzungsleistung vom Bild zum Text und umgekehrt. Die nun publizierte Autobiografie aus dem Nachlaß bildet in seinem Schaffen eine große Ausnahme: Farocki konnte sie nicht beenden, er starb im Juli 2014. Wir haben ein Werk vor uns, das in sich unfertig geblieben ist – genau darin liegt jedoch die Faszination, die die Autobiografie ausübt. Geschildert wird die bedrückende Kindheit, Farockis Flucht nach Westberlin, das Glück, den Film entdeckt zu haben, obwohl er Schriftsteller werden wollte, seine Zuwendung zum Außenseitertum, seine Radikalität des Denkens, sein Weitblick, seine Beobachtungsgabe, die wachsende Fähigkeit zur Analyse gesellschaftlicher Strukturen, die Politisierung des Lebens. Farocki nimmt in seiner Autobiografie die Haltung des Filmemachers ein, er ist nicht nur ein kritischer Leser seines Lebens, sondern auch des Zeitgeschehens, das die Hintergrundfolie der Gesamterzählung bildet.

Die Autobiografie erscheint anlässlich der
Harun Farocki Retrospektive, 14. September 2017 – 28. Januar 2018, initiiert vom Neuen Berliner Kunstverein in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst, dem Harun Farocki Institut, der Harun Farocki GbR, dem Silent Green Kulturquartier, dem Verlag der Buchhandlung Walther König und Savvy Contemporary im Rahmen der Berlin Art Week, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.