Artur Żmijewski

DieterPatriciaUrsula

Nach dem in den 1990er Jahren absolvierten Studium der Bildhauerei in der Klasse von Grzegorz Kowalski, aus der auch KünstlerInnen wie Paweł Althamer und Katarzyna Kozyra hervorgingen, beschäftigte sich Artur Żmijewski in der Folge nahezu ausschließlich mit den Medien Film, Video und Fotografie. Sein kontroverses Werk erregte erstmalig mit der Foto- und Videoarbeit Auge um Auge (1998) internationales Aufsehen, in der der Künstler Männer mit amputierten Gliedmaßen gemeinsam mit gesunden Männern inszenierte, die den Versehrten ihre Arme und Beine „leihen“. Der Werkkomplex steht stellvertretend für Żmijewskis Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemfeldern, wie auch die Rezeption historischer Ereignisse und neuerer politischer Entwicklungen. Zu den wiederkehrenden Themen gehören die Etablierung rechtsradikaler Kräfte in Polen oder die Verdrängung der NS-Geschichte innerhalb eines europäischen Bewusstseins. Die vom Neuen Berliner Kunstverein koproduzierten Videoarbeiten Dieter, Patricia und Ursula des Vertreters Polens auf der 51. Venedig Biennale und Teilnehmers der Documenta 12 gehören zu der zehnteiligen Serie Ausgewählte Arbeiten, in der der Künstler Menschen in Berlin, Polen, Italien und Mexiko mit der Kamera beobachtet, die – meist schlecht bezahlter – Routinearbeit nachgehen: ArbeiterInnen, Reinigungsfrauen, Supermarktkassiererinnen, Imbissverkäuferinnen und Bauarbeiter. Für das Projekt filmte der Künstler seine DarstellerInnen 24 Stunden lang, in ihren Alltagssituationen und während ihres Arbeitsalltags, vom morgendlichen Aufstehen bis zum Schlafengehen. Aus dem Filmmaterial extrahierte Żmijewski jeweils ein circa 15-minütiges „Porträt“, das die tatsächlich stattgefundenen Zeitläufe in eine fragmentierte, nicht-chronologische Erzählstruktur überführt. Der Künstler konfrontiert die BetrachterInnen mit unkommentierten Bildern in einem stetigen Loop, bei dem das Ende einer Handlung deren Anfang vorwegnimmt. Auch hier richtet der Künstler sein Augenmerk auf diejenigen, die der hegemoniale Diskurs als die „Anderen“ verworfen hat, und deren marginalisierte Arbeit zumeist im Verborgenen und fernab von gesellschaftlicher Anerkennung stattfindet.


  • Dieter   (n.b.k. Koproduktion)
  • Patricia   (n.b.k. Koproduktion)
  • Ursula   (n.b.k. Koproduktion)