Alesandro Cesarco

Musings

Alejandro Cesarco (*1975 in Montevideo, lebt in New York) knüpft in seiner Arbeit an das Vermächtnis einer sprach- und literaturbezogenen Konzeptkunst an. In Textarbeiten, Filmen, Fotografien, Collagen, Künstlerbüchern und Installationen untersucht er das Verhältnis von Wort und Bild, Sagbarem und Sichtbarem, Geschichte und Erinnerung. Indem sich in ihnen autobiografische mit literarischen Verweisen vermischen, reflektieren die Werke die Möglichkeiten historischer Bezugnahme und Übersetzung, wobei auch immer die emotionalen Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen eine Rolle spielen. In dem Video Musings erzählt eine männliche Stimme auf Spanisch mit englischen Untertiteln zu elegischen Schwarz-Weiss-Bildern von einer Reihe von Begebenheiten, die von Vorahnungen, schicksalhaften Fügungen, Träumen und weiteren „Botschaften“ handeln, die als Quelle für schöpferische Arbeit dienen. Die zusammengetragenen, narrativen Fragmente gehören jedoch nicht einer persönlichen Biografie, einer spezifischen Ära oder Geschichte an, wie man zunächst vermuten könnte, sondern beziehen sich auf Erzählungen von oder über Susan Sontag, Ingmar Bergman, Maurice Blanchot, Italo Calvino, Julio Cortázar und Agnes Varda. Gemeinsam ist den ausgewählten Erzählungen, dass schöpferische Arbeit (sei es Kunst, Literatur oder Film) sehr eng in Verbindung zu den Themen Tod und Vergänglichkeit steht. Musings unternimmt den Versuch, unterschiedliche Vorstellungen von Inspiration, Einflussnahme und Erbe gleichrangig zu verbinden und zu reflektieren. So begibt sich Cesarco auf die Spur der Konstituierung von Kulturgeschichte und kulturellem Kanon und sieht in diesem Zusammenhang die vielfältigen, sich gegenüberstehenden Narrative und deren Interpretation als grundlegend an, da sie permanent den Dialog mit der Vergangenheit vorantreiben.


  • Musings   (n.b.k. Koproduktion)