Philosophie des Subjekts


1. März – 31. März 2017



#Diskurs 23

Philosophie des Subjekts

Vortrag von Marcus Steinweg in der Reihe „Was ist Philosophie?“, gehalten am 30. Oktober 2011, im Rahmen der Ausstellung Kunst und Philosophie (3. September – 30. Oktober 2011)

Im Subjekt kreuzen sich die Dimensionen einer radikalen Passivität und einer hyperbolischen Aktivität. Das Subjekt ist der Schauplatz dieser Kreuzung. In ontotopologische Kategorien übersetzt, heißt dies: Das Subjekt ist der Ort, an dem die Zukunft in die Vergangenheit interveniert und die Vergangenheit die Zukunft determiniert. Intervention und Determination sind streng kompossibel, so sehr sie einander auszuschließen scheinen. Man könnte auch sagen, dass das Subjekt zwar unmöglich ist (als Subjekt voller Autonomie und Selbsttransparenz etc.), dass es aber als diese Unmöglichkeit einen gewissen Subjektstatus behauptet. Denn was ist das Subjekt, wenn nicht der Bezug auf seine Unmöglichkeit?

Marcus Steinweg (*1971) lebt als freier Philosoph und Autor in Berlin. Er studierte Philosophie, Germanistik und Altphilologie. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift
Inaesthetics, die sich mit der Beziehung zwischen Kunst und Philosophie auseinandersetzt. Publikationen (Auswahl): Evidenzterror (Berlin: Matthes & Seitz, 2015); Inkonsistenzen (Berlin: Matthes & Seitz, 2015); Kunst und Philosophie (Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2012), MAPS (zusammen mit Thomas Hirschhorn, Berlin: Merve, 2011); Aporien der Liebe (Berlin: Merve, 2010); Politik des Subjekts (Zürich: Diaphanes, 2009); Der Ozeanomat: Ereignis und Immanenz (Köln: Salon, 2002); Krieg der différance (Koblenz: Dietmar Fölbach, 2001).

Der Vortrag Philosophie des Subjekts ist auch veröffentlicht als Teil der DVD-Box Kunst und Philosophie, herausgegeben von Marius Babias, Neuer Berliner Kunstverein, 2012.


Zum Format #Diskurs

In der Reihe #Diskurs werden jeden Monat Veranstaltungen auf der Website des Neuen Berliner Kunstvereins präsentiert, die im Rahmen von Ausstellungen im n.b.k. stattfanden. 

Die hier vorgestellten, gemeinsam mit KünstlerInnen der Ausstellungen, Gästen des Residency-Programms und ReferentInnen entwickelten Vermittlungsformate geben einen Einblick in unterschiedliche künstlerische und kuratorische Ansätze sowie theoretische Fragestellungen.

Der n.b.k. konzipiert sein Diskursprogramm als Dialog zwischen Institution, Öffentlichkeit und Mitgliedern, aus dem Ideen für die kontinuierliche inhaltliche und institutionelle Arbeit hervorgehen. Das komplette „n.b.k. Diskurs“ Archiv kann im Video-Forum während der Öffnungszeiten kostenfrei gesichtet werden.