Kunst / Politik

12. Mai – 12. Mai 2018



Rosemarie Trockel, Jacques-Louis David © VG Bild-Kunst 2018
Mit Boris Buden, Catherine David, Hans Haacke, Alfredo Jaar, Trevor Paglen, Alexandra Pirici, Kerstin Stakemeier, Hito Steyerl, Adam Szymczyk, Klaus Theweleit, Rosemarie Trockel und Franciska Zólyom

Die Tagung Kunst / Politik des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) geht den vielfältigen Fragestellungen und Strategien nach, die das Verhältnis von Kunst und Politik bestimmen. Untersucht werden konkrete Beispiele der Politisierung künstlerischer Praxis ebenso wie die generellen Möglichkeiten von politischer Kunst. Mit der Präsentation künstlerischer Vorgehensweisen sowie theoretischer und kuratorischer Positionen soll dabei ein umfassendes Bild politischer Praxis im Kunstfeld gezeichnet werden.

Angesichts politischer und gesellschaftlicher Krisen wächst die Erwartungshaltung gegenüber der Kunst: Sie soll auf Missstände reagieren und sich selbst die Frage stellen, ob und wie sie politisch wirksam sein kann. Bereits mit den Avantgarden des 20. Jahrhunderts entwickelten sich zahlreiche künstlerische Ansätze, mit denen Kunst politisch gedacht wurde. Ob der Versuch unternommen wurde, die Trennung zwischen Kunst und Leben aufzulösen oder die Institution kritisch zu durchleuchten, stets stand die Veränderung herrschender Verhältnisse im Vordergrund. Die zentrale Frage, inwiefern Kunst die Krisen ihrer Zeit nicht nur thematisieren, sondern auch deren Beseitigung beeinflussen kann, bleibt bis heute virulent.

In der aktuellen Auseinandersetzung spielen insbesondere postkoloniale, feministische und queere Ansätze eine Rolle. Ebenso steht die kritische Befragung einer zunehmenden Ökonomisierung des Kunstmarkts, eurozentristischer Perspektiven und der Globalisierung im Raum. Gleichzeitig kommt die Frage auf, inwiefern Kunst sich unabhängig von ökonomischen und sozialen Prozessen und Strukturen positionieren kann, die sie kritisiert. Wie kann Kunst politische Handlungsräume erschaffen? Wie können gesellschaftspolitische Problemstellungen nicht nur abgebildet, sondern eine aktive Rolle im Umgang mit diesen eingenommen werden? Auf welche Weise kann künstlerische Praxis ein Gegenbewusstsein darstellen und scha en? Wie gelingt es ihr, neue Denkmuster und Sehgewohnheiten zu etablieren?

Auf der Tagung Kunst / Politik stellen Künstler*innen, Theoretiker*innen und Kurator*innen unterschiedlicher Generationen ihre jeweilige Praxis vor, um sie anschließend gemeinsam zu diskutieren. Dabei werden sowohl Einblick in aktuelle künstlerisch-politische Ansätze gegeben, als auch grundlegende Fragen des Zusammenhangs von Kunst und Politik verhandelt.


13 Uhr
Marius Babias
, Direktor n.b.k., und Michael M. Thoss, Geschäftsführer Allianz Kulturstiftung
Begrüßung


13.30–15.00 Uhr
Klaus Theweleit
Ghosts – Übergänge in Zwischenwelten*
Kulturtheoretiker, Freiburg

Franciska Zólyom
Über die Schwierigkeit des Eigensinns*
Direktorin Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Kuratorin Deutscher Pavillon, 58. Venedig Biennale 2019

moderiert von
Boris Buden (Kulturtheoretiker, Berlin)


15.15–16.45 Uhr
Alfredo Jaar
It is Difficult**
Künstler, Architekt und Filmemacher, New York

Alexandra Pirici
Re-membering and the Body as Technology**
Künstlerin, Bukarest

moderiert von
Kerstin Stakemeier (Professorin für Kunsttheorie und -vermittlung, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg)


17.15–18.45 Uhr
Catherine David
Poetics and Politics**
Stellvertretende Direktorin Musée national d´art moderne – Centre Pompidou, Paris, künstlerische Leiterin documenta X (1997), Kassel

Adam Szymczyk
How Does It Feel (to Be a Problem)**
Künstlerischer Leiter documenta 14 (2017), Athen und Kassel

moderiert von
Boris Buden


19.00–20.30 Uhr
Hans Haacke
Liberté, Égalité, Fraternité – für alle*
Künstler, New York

Hito Steyerl, Filmemacherin und Autorin, Berlin, und Trevor Paglen, Künstler, Berlin und New York
Invisible Images**

moderiert von
Kerstin Stakemeier



* in deutscher Sprache
** in englischer Sprache

Eintritt frei