Alexandra Bachzetsis. Instruction Pieces

18. Juni – 26. Juli 2019



Alexandra Bachzetsis, Instruction Pieces, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2019: A Manual for Desire (Video, 2018), Catapult (Skulptur, 2018) © Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe
Alexandra Bachzetsis, Instruction Pieces, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2019: This Side Up (Video, Poster, 2007, in Kooperation mit Julia Born) © Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe
Alexandra Bachzetsis, Instruction Pieces, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2019: Secret Instructions (Künstlerinnenpublikationen, 2005–2010, in Kooperation mit Julia Born) © Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe
Alexandra Bachzetsis, Instruction Pieces, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2019: This Side Up (Video, Poster, 2007), Secret Instructions (Künstlerinnenpublikationen, 2005–2010), alle in Kooperation mit Julia Born © n.b.k. / Jens Ziehe
Alexandra Bachzetsis untersucht in ihren Choreografien, Performances, Videos und Skulpturen, wie sich zeitgenössische Medienkultur in den Körper einschreibt. Den Kern ihrer Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) bildet ihr neuester Werkkomplex Escape Act (2018). Bachzetsis greift stereotype und popkulturell durch Massenmedien verbreitete Körper- und Verhaltensideale auf und bearbeitet sie mittels Persiflage. So tragen die Figuren im Video A Manual For Desire High Heels, Perücken, Brust- und Gesäßpolster, wie auch orthopädische Rückenstützgürtel als Korsett und schränken ihre Bewegungsfreiheit im selben Maße ein, in dem sie ihre Körper standardisierten Vorstellungen sexueller Attraktivität anpassen. Bachzetsis nutzt diese Requisiten einer auf schnelle Konsumierbarkeit ausgerichteten Welt, um eine Anleitung für neue Bewegungsabläufe zu entwickeln. In den ebenfalls gezeigten Arbeiten Secret Instructions (2005–2010) und This Side Up (2007) greift Bachzetsis in Zusammenarbeit mit Julia Born das klassische Vokabular von Theater und Tanz auf und entwickelt daraus Performances, die auf zentrale Aspekte darstellender Künste – Sprache, Bewegung und Raumorganisation – verweisen. So wird durch das Entfernen der Dialoge aus Stücken von u. a. Samuel Beckett, Bertolt Brecht und Sarah Kane die Strukturierung der Werke durch Regieanweisungen deutlich – aus diesen erstellte Bachzetsis wiederum die Partitur eines Stücks, das von sechs Performer*innen aufgeführt wurde und im n.b.k. in Form einer Publikation präsentiert wird.

Alexandra Bachzetsis (*1974 in Zürich, lebt ebenda) lehrt an der Haute école d’art et de design in Genf. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich (2018), dem Swiss Art Award (2016; 2011) und dem Performancepreis Schweiz (2012). Ihre Performances waren u. a. zu sehen: Pioneer Works, Brooklyn (2019); Hebbel am Ufer, Berlin (2019); Centre Pompidou, Paris (2019); Pact Zollverein, Essen (2018); High Line Art, New York (2018). Einzelausstellungen (Auswahl): Centre culturel suisse, Paris (2018); Museum of Modern Art, New York (2017); Bonner Kunstverein (2014); Kunsthaus Glarus (2010); Kunsthalle Basel (2008). Gruppenausstellungen (Auswahl): Marta Herford (2019; 2005); Museum Tinguely, Basel (2017); documenta 14, Athen und Kassel (2017); Kunstverein Hannover (2016); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); S.M.A.K., Gent (2012; 2004); Contemporary Art Centre, Vilnius (2009); Berlin Biennale (2008); De Appel, Amsterdam (2006; 2005).