Sonntag, 27. Januar 2019, 20 Uhr
Peter Brötzmann

Konzert

Peter Brötzmann (*6. März 1941 in Remscheid, lebt in Wuppertal) gilt als einer der einflussreichsten deutschen Jazzmusiker. In den frühen 1960er Jahren betätigte er sich als Künstler sowie als Assistent von Nam June Paik in der Fluxus-Bewegung. Während sich Brötzmann als Kind zunächst selbst das Klarinettespielen beibrachte, wandte er sich später verstärkt dem Saxophon und einer zunehmend freien Spielweise zu. 1961 bildete Brötzmann ein Trio mit Peter Kowald und Dietrich Rauschtenberger, ab 1965 traten er und Kowald mit Sven-Åke Johansson auf. Gemeinsam gehörten sie 1966 zu den Gründungsmitgliedern des Globe Unity Orchestra, das die europäische Free-Jazz-Tradition maßgeblich mitprägte. Unter seinem eigenen Label BRÖ veröffentlichte Brötzmann 1967 seine erste LP For Adolphe Sax sowie 1968 die mit einem Oktett aufgenommene Schallplatte Machine Gun, die heute als Meilenstein in der Geschichte des modernen Jazz in Europa gilt. 1969 gründete Brötzmann u. a. mit Jost Gebers in Berlin das Label Free Music Production (FMP), das sich primär der Förderung des Free Jazz verschrieb. Zur gleichen Zeit pflegte Brötzmann verstärkten Kontakt zur niederländischen Musikszene und bildete in der Folge u. a. für mehrere Jahre ein Trio mit Han Bennink und Fred Van Hove.

Mit seinen innovativen Improvisationen setzte Brötzmann immer wieder wichtige Impulse, etwa im Rahmen von regelmäßigen Auftritten beim Total Music Meeting oder bei den Berliner Jazztagen sowie während umfangreicher Tourneen durch die USA und Japan ab den 1980er Jahren. Ende der 1990er Jahre bildete sich um Brötzmann, Ken Vandermark und Mats Gustafsson das Chicago Tentet, das bis 2012 existierte und das Who is Who zeitgenössischer improvisierter Musik repräsentierte. Im Laufe seiner Karriere kooperierte Brötzmann mit zahlreichen weiteren Hauptakteuren der Freien Musik, darunter Don Cherry, Steve Lacy, Louis Moholo, Bill Laswell, William Parker, Hamid Drake, Derek Bailey, Evan Parker, Anthony Braxton und Rashied Ali. Anlässlich der Ausstellung A 37 90 89 – Die Erfindung der Neo-Avantgarde
wird im Neuen Berliner Kunstverein mit einem Konzert Brötzmanns an seinen Auftritt im historischen Projektraum A 37 90 89 erinnert, bei dem er 1969 ein Free-Jazz-Konzert mit Fred Van Hove, Peter Kowald und Ivo van der Borcht gab.

Eintritt frei