Donnerstag, 11. August 2022, 17 Uhr
Ungefüge, 4.3

Online-Soundpiece von Gerald Raunig (Philosoph und Kunsttheoretiker, Zürcher Hochschule der Künste) in Zusammenarbeit mit Alexander Tuchaček, Isabell Lorey und Stevphen Shukaitis
In deutscher Sprache

Als Text- und Sound-Dissemblage setzt Ungefüge, 4.3 das Experiment der theoretischen Form fort, das Gerald Raunig mit seinem Buch Ungefüge (transversal texts, 2021) begonnen hat. Der zweite Band von Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution formuliert Unmunt als Herrenlosigkeit einer kleinen Männlichkeit, Unmündigkeit als Widerstand gegen die Normalisierung, Selbstentfugung als Voraussetzung des Ungefüges. In der intensiven Zusammenarbeit mit Alexander Tuchaček und mit den Stimmen von Isabell Lorey und Stevphen Shukaitis entsteht nicht nur ein Stück über Ungefüge, sondern eine dividuelle Mannigfaltigkeit, die selbst Ungefüge ist, Unfuge und Umfuge. „Aus den Fugen, in den Fugen, auf die Fugen lauern. Dann kommt der Wind herein, und mit ihm die windigen, wendigen, windischen Verwandten …“. (Gerald Raunig, Ungefüge, Wien: transversal texts, 2021, S. 315)


Text/Dissemblation: Gerald Raunig
Sound: Alexander Tuchaček
Voice: Isabell Lorey
Additional Voice: Stevphen Shukaitis
Credits: Clarice Lispector, Donna Haraway, Fred Moten, Leonard Cohen, Ralph Ellison, Walter Benjamin

https://transversal.at/books/ungefuege


Gerald Raunig arbeitet am eipcp (European Institute for Progressive Cultural Policies) sowie als Professor für Philosophie an der Zürcher Hochschule der Künste. Seine Bücher wurden ins Englische, Serbische, Spanische, Slowenische, Russische, Italienische, Holländische und Türkische übersetzt. Neuere Buchveröffentlichungen in deutscher Sprache: 
Ungefüge. Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution, Band 2 (Wien: transversal texts, 2021); Maschinen Fabriken Industrien (Wien: transversal texts, 2019); DIVIDUUM. Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution, Band 1 (Wien: transversal texts, 2015); Instituierende Praxen. Bruchlinien der Institutionskritik (Wien: Turia+Kant, 2008, gemeinsam mit Stefan Nowotny, Neuauflage Wien: transversal texts 2016); Kunst und Revolution. Künstlerischer Aktivismus im langen 20. Jahrhundert, Wien: Turia+Kant, 2005 (Neuauflage Wien: transversal texts 2017).

Alexander Tuchaček lehrt Kunst & Medien an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Mitbegründer des Künstler*innenkollektivs knowbotic research (Köln, 1991). Die Gruppe erarbeitet zusammen mit Spezialist*innen verschiedener Disziplinen Projekte zu Themen wie Mensch-Maschine-Schnittstelle, künstliche Sprachsynthetisierung, medialisierte Naturdarstellungen, Datenbanken und Selbstorganisation. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Hermann-Claasen-Preis für Kreative Fotografie und Medienkunst (2001), dem Medienkunstpreis des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (2000), dem Prix Ars Electronica (1998) und dem August-Seeling-Preis des Wilhelm Lehmbruck Museums (1997). Präsentationen u. a.: Helmhaus Zürich (2017); Stromereien Zürich (2014); Shedhalle Zürich (2011; 2010); NAMOC Beijing (2008); Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, und Skuc Gallery, Ljubljana (2006); Witte de With, Rotterdam, und MOCA Taipeh (2004); New Museum, New York (2002); Biennale Venedig (1999).

Isabell Lorey ist politische Theoretikerin und Professorin für Queer Studies an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie arbeitet zudem für transversal (transversal.at), die multilinguale Publikationsplattform des European Institute for Progressive Cultural Policies (eipcp). Zu ihren Buchveröffentlichungen gehören: 
Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie (Zürich: Diaphanes 2011); Die Regierung der Prekären (New Edition, Wien: Turia+Kant 2020); Demokratie im Präsens. Eine Theorie der politischen Gegenwart (Berlin: Suhrkamp 2020).

Stevphen Shukaitis ist Senior Lecturer im Centre for Work, Organization and Society (CWOS) der University of Essex sowie Mitglied des Redaktionskollektivs Autonomedia. Seit 2009 ist er Koordinator und Herausgeber des Rechercheprojekts Minor Compositions (http://www.minorcompositions.info). Seine Forschung konzentriert sich auf die Entstehung kollektiver Vorstellungskraft in sozialen Bewegungen und die sich verändernden Zusammensetzungen kultureller und künstlerischer Arbeit. Er ist Autor der Buchpublikationen 
Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in the Revolutions of Everyday Day (New York: Autonomedia, 2009) und The Composition of Movements to Come: Aesthetics and Cultural Labor After the Avant-Garde (Lanham/Maryland: Rowman & Littlefield, 2016) sowie Mitherausgeber von Constituent Imagination: Militant Investigations // Collective Theorization (mit Erika Biddle und David Graeber, Stirling, UK: AK Press, 2007).