Donnerstag, 30. Juli 2020, 19 Uhr
Natascha Sadr Haghighian im Gespräch mit Fahim Amir

Gespräch anlässlich der Ausstellung passing one loop into another mit Natascha Sadr Haghighian und Fahim Amir (Philosoph und Autor, Wien)
In deutscher Sprache



Natascha Sadr Haghighian entwickelt Installationen, Video- und Audioarbeiten sowie performative Interventionen, die die Infrastrukturen und Bedingtheiten unserer Gesellschaftsordnung offenlegen. Ausgehend von aktuellen wie historischen Ereignissen, widmet sie sich der Frage, wie unsere Handlungsspielräume, Blickstrukturen und letztlich unser Denken formiert sind. Sie zeigt die komplexen Verflechtungen und die gegenseitige Durchdringung von Technologie, Politik, Wertschöpfungssystemen und dem Biologischen auf und stellt ein anthropozentrisches Selbstverständnis infrage. Am 30. Juli spricht Sadr Haghighian mit Fahim Amir (Philosoph und Künstler, Wien) über ihre künstlerische Praxis.

Natascha Sadr Haghighian wird 2020 vom Land Berlin mit dem Hannah-Höch-Förderpreis für herausragende künstlerische Leistungen in der Mitte ihrer Karriere gewürdigt. Anlässlich ihrer Auszeichnung präsentiert die Künstlerin im Showroom des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) die Ausstellung
passing one loop into another mit einer Reihe von Werken, in denen heterogene thematische Stränge sich in nicht-menschlichen Figuren verknüpfen.

Fahim Amir beschäftigt sich mit den Übergängen zwischen Natur-Kulturen und Urbanismus, Performance und Utopie, kolonialer Historizität und Modernismus. Sein 2018 erschienenes Buch
Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte (Edition Nautilus, Hamburg) wurde mit dem österreischen Karl-Marx-Preis 2018 ausgezeichnet und wurde 2019 als eines der 10 besten Bücher auf der Sachbuch-Bestenliste von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT geführt. Amir hatte Gastprofessuren in Wien, Linz und São Paulo inne und arbeitete in unterschiedlichen Projekten mit Künstler*innen wie Deichkind, Chicks on Speed, Rocko Schamoni und Ted Gaier. Daneben war Amir Kurator von Symposien zu Neuer Musik (Darmstädter Ferienkurse), des Live-Art-Festivals Zoo3ooo: Occupy Species, Kampnagel Hamburg, 2013, und Ausstellungsprogrammen (Salon Klimbim, Secession Wien, 2014). Fahim Amir ist Mitherausgeber von Transcultural Modernisms (Sternberg Press, 2013) und Verfasser des Nachworts zu Donna Haraways Manifest für Gefährten (Merve, 2016).