Geta Brătescu

Gestul, desenul (The gesture, the drawing)

Geta Brătescu (*1926 in Ploiești/ Rumänien, †2018 in Bukarest) ist eine der wichtigsten Künstler*innen der rumänischen Nachkriegszeit. Ihr Studium der Literatur und Kunst an der Universität von Bukarest musste sie unter kommunistischer Zensur zunächst abbrechen, sie setzte dieses erst Ende der 1960er Jahre fort. Trotz Isolation während des Regimes Ceauşescus entstanden ab den 1970er Jahren Arbeiten von hoher künstlerischer Dynamik. Brătescus vielseitiges Werk umfasst Zeichnungen, Grafiken, Collagen aus Stoff oder Papier, Installationen, Objekte, Fotografien, experimentelle Filme und Performances. Im avantgardistischem Schaffen der Künstlerin verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst und Leben, im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen u. a. Fragen nach Erinnerung und Geschichte, menschlicher Identität, Normativität sowie dem weiblichen Geschlecht. Anlässlich ihrer Einzelausstellung 2018 im Neuen Berliner Kunstverein produzierte Brătescu in Zusammenarbeit mit Ștefan Sava einen halbstündigen Film, der sie bei der Arbeit in ihrem Studio zeigt und in dem sie über wichtige Einflüsse in ihrem Schaffen sowie dessen Entwicklung spricht. Gestul, desenul (Die Geste, die Zeichnung, 2018) ist das letzte Werk der Künstlerin, die kurz nach dessen Vollendung verstarb. Der Neue Berliner Kunstverein bietet dieses wichtige Dokument nun als Edition an. Brătescus Werke waren zuletzt u. a. zu sehen: Neuer Berliner Kunstverein (2018); documenta 14, Athen und Kassel (2017); Hamburger Kunsthalle (2016); Tate Modern, Liverpool (2015); Venedig Biennale (2017; 2013; 1983; 1960); La Triennale, Paris (2012); Tate Modern, London (2012); National Museum of Contemporary Art Bukarest (2012); Istanbul Biennale (2011); New Museum, New York (2011).



Gestul, desenul (The gesture, the drawing)
2018, mit Ștefan Sava, HD-Video, Farbe, Ton, 31:05 min, rumänische Originalfassung / englische Untertitel, Auflage 7 + 2 AP, Zertifikat

32.000 Euro Mitglieder, 32.800 Euro Nichtmitglieder