Alicja Kwade

Malus Fularum

Alicja Kwade (*1979 in Katowice, lebt und arbeitet in Berlin) entwirft mit ihren Skulpturen, Raum- und Lichtinstallationen sowie Videoarbeiten formale Erklärungsversuche für naturwissenschaftliche Phänomene und philosophische Fragestellungen und beleuchtet unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit ebenso wie gesellschaftliche Konventionen. Sie arbeitet mit Materialeigenschaften, Darstellungsweisen und damit verbundenen Erwartungshaltungen ebenso wie mit Vorstellungen von Zeit und Raum. Die Edition Malus Fularum (2019) setzt eine Reihe von Arbeiten fort, bei denen triviale Lebensmittel in Form elementarer physikalischer Modelle porträtiert werden. Der Apfel wurde so lange mit einem Apfelausstecher durchlöchert, bis fast keine Materie mehr übrig zu sein scheint. Das ehemals pralle, nun fragile Objekt erinnert an eine als futuristische Behausung gedachte geodätische Kuppelkonstruktion von Buckminster Fuller und veranschaulicht mit seinen zahlreichen „Wurmlöchern“ zugleich das Prinzip der Raumzeitkrümmung. Darüber hinaus wird auf die häusliche, winterliche Tradition des Apfelausstechens, auf den Sündenfall Evas und nicht zuletzt auf das allgegenwärtige Apple- Statussymbol angespielt. Alicja Kwades Arbeiten waren zuletzt u.a. zu sehen: The Metropolitan Museum, New York (2019); Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2018); Neuer Berliner Kunstverein (2018); Kunsthalle zu Kiel (2018); Haus Konstruktiv, Zürich (2018); Venedig Biennale (2017); Whitechapel Gallery, London (2016); Haus am Waldsee, Berlin (2015); Kunsthalle Nürnberg (2015); Schirn Kunsthalle Frankfurt (2015).



Malus Fularum
2019, Bronzeguss, patiniert, 12 x 12 cm, Auflage 12 + 3 AP, Zertifikat
5.600 Euro Mitglieder, 5.950 Euro Nichtmitglieder