Candice Breitz


Candice Breitz (*1972 in Johannesburg, lebt in Berlin) gilt als einflussreiche Chronistin der Widersprüchlichkeiten innerhalb populärer Diskurse. Ihr Interesse richtet sich auf die Dynamiken vertrauter Identitätsbildungen, die sie über komplexe Videoproduktionen und oftmals unter Hinzuziehung von Medienbildern wie Fotografien, Videoclips oder Hollywood-Produktionen analysiert. The Matrix, die Fotografie einer Plazenta, entstand im Zuge der Arbeit an der Videoserie Labour, die 2019 im Neuen Berliner Kunstverein uraufgeführt wurde. Labour präsentiert Aufnahmen von Geburten, die die Künstlerin in einem dokumentarischen Stil aufgenommen hat. Inhaltlich gerahmt werden diese von einem fiktiven „Matriarchalen Dekret“, in dem Breitz die körperliche Kraft, über die Mütter im Moment der Geburt verfügen, als Ressource für andere Zwecke imaginiert – wie etwa die Beseitigung autoritärer Führer, die Fortschritte in der Gewährung reproduktiver Rechte zurückdrehen oder der körperlichen Autonomie von Frauen und anderen schaden. Seit 2007 ist Candice Breitz Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Ihre Arbeiten wurden zuletzt u.a. gezeigt: Kunstmuseum Bonn (2020); Neuer Berliner Kunstverein (2019); Sharjah Biennale (2019); Boston Museum of Fine Arts (2018); Südafrikanischer Pavillon, Venedig Biennale (2017); Kunstmuseum Stuttgart (2016); National Gallery of Canada, Ottawa (2013); Iziko South African National Gallery, Kapstadt (2012); Kunsthaus Bregenz (2010); The Power Plant, Toronto (2009); San Francisco Museum of Modern Art (2009); Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk (2008).



The Matrix
2019, Fine Art-Print, 22 × 23 cm, Auflage 10 + 2 AP, Zertifikat
2.800 Euro Mitglieder, 3.100 Euro Nichtmitglieder