Guillaume Bijl

The Arm (Composition Trouvée)

Der belgische Künstler Guillaume Bijl (*1946 in Antwerpen/ Belgien, lebt und arbeitet in Antwerpen) reflektiert mit ironisch-humorvollen Arbeiten Absurditäten der Warenwelt und wirft gleichzeitig Fragen zum Verhältnis von Kunst und Konsum auf. Kennzeichnend für seine künstlerische Praxis sind Strategien der Verschiebung und der Fiktionalisierung. Seit 1970 transponiert Bijl etwa die Einrichtung von Fahrschulen, Supermärkten, Bettenhäusern oder amtlichen Warteräumen an andere öffentliche Orte sowie in Kunstinstitutionen und Galerien. Die umfangreichen Installationen simulieren systematisch Teile unseres alltäglichen, trivialen Umfelds und lassen diese zugleich neu sichtbar werden. Bei der vom Neuen Berliner Kunstverein angebotenen Arbeit The Arm von 1990 handelt es sich um eine von Bijls Compositions Trouvées, welche der Künstler auch als „zeitgenössische archäologische Stillleben“ bezeichnet. Hierfür werden Objekte aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen gelöst und neu arrangiert. In einem schwarzen Aktenkoffer mit rotem Samtfutter, das an die Polsterung eines Sargs erinnert, liegt die Attrappe einer abgetrennten Gliedmaße gebettet. Der feierlich präsentierte Scherzartikel kann sowohl als schlichte Bestandsaufnahme einer absurden Freizeitindustrie wie als kritischer Kommentar dazu gelesen werden. Guillaume Bijls Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen international vertreten, seine Werke waren u.a. zu sehen: Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main (2018); Manifesta, Zürich (2016); CAFA Museum, Peking (2014); Museum Ludwig, Köln (2010); Skulptur Projekte, Münster (2007); Haus der Kunst, München (2000); Secession, Wien (1993); Documenta, Kassel (1992); Venedig Biennale (1988).



The Arm (Composition Trouvée)
1990, Koffer, Plastikarm, roter Stoff, auf Karton kaschierte Abbildungen, 10 x 44,5 x 31,5 cm, Auflage 10 + 2 AP, Zertifikat
1.200 Euro Mitglieder, 1.500 Euro Nichtmitglieder