Santu Mofokeng


In Erinnerung an den Fotografen Santu Mofokeng (*1956 in Johannesburg, †2020 in Johannesburg), der Anfang 2020 verstarb, nimmt der Neue Berliner Kunstverein seine 1996 entstandene Edition erneut ins Programm. Mofokeng hatte in den 1970er Jahren autodidaktisch als Street Photographer begonnen. Er arbeitete als Assistent in den Dunkelkammern verschiedener Zeitungen und lernte später bei David Goldblatt in dessen Market Photo Workshop. 1983 trat er Afrapix bei, einer unabhängigen Gruppe von Fotograf*innen, die sich mit dokumentarischen Bildern gegen die Apartheid stellte, und veröffentlichte ab 1987 Reportagen in der Zeitung New Nation. Von 1988 bis 1998 war Mofokeng wissenschaftlicher Mitarbeiter am African Studies Institute der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Seine essayistischen Fotografien vom Alltag der Schwarzen Bevölkerung Südafrikas reflektieren den Kampf gegen die Apartheid auf subtile Weise, sie befragen soziale und politische Bedingungen ebenso wie Besitz- und Machtverhältnisse. Die Fotografie Altar/Offertory (Motouleng Cave) entstand in den Motouleng-Höhlen, einer spirituellen Pilgerstätte in Südafrika. Mofokengs Arbeiten waren international in zahlreichen Ausstellungen vertreten, u.a.: Foam, Amsterdam (2019); Fondazione Fotografia Modena (2016); The Walther Collection, New York (2015); Iziko South African National Gallery, Kapstadt (2013; 2006); Venedig Biennale (2013; 2007); Jeu de Paume, Paris (2011); Kunsthalle Bern (2011); Victoria & Albert Museum, London (2011); Minshar, Tel Aviv (2010); Johannesburg Art Gallery (2008); Neuer Berliner Kunstverein (2007); National Museum of Photography, Kopenhagen (2005); documenta (2002); Nederlands Foto Instituut, Rotterdam (1998); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (1996).



Offertory / Shrine (Motouleng)
1996/2007, Fotografie, sw, 42 × 60 cm, Auflage 6, signiert, datiert
900 Euro Mitglieder, 1.100 Euro Nichtmitglieder