Thu Van Tran

Échec de PetrópolisÉchec de Petrópolis

Thu Van Trans (*1979 in Ho-Chi-Minh-Stadt/ Vietnam, lebt und arbeitet in Paris) Erfahrungen als in Frankreich lebende Vietnamesin bilden einen zentralen Bezugsrahmen für die Genese ihres Werks. Sie beschäftigt sich auf poetische ebenso wie politische Weise mit der Kolonialgeschichte ihres Geburtslandes und leitet daraus grundsätzliche Fragen zu den Auswirkungen von Macht und Ausbeutung ab. Ihre Arbeiten führen vor Augen, wie sich der westliche Blick der Besatzermacht auf die Bevölkerung der Kolonien in der Geschichtsschreibung manifestiert. Ihre für den Neuen Berliner Kunstverein produzierte Arbeit Échec de Petrópolis (2018), welche aus einem aufwändig hergestellten Schachbrett mit handgefertigten Schachfiguren aus Kautschuk besteht, verweist auf den Schriftsteller Stefan Zweig. Dieser beendete im Exil in Petrópolis (Brasilien) sein Leben, nachdem er sein letztes Werk Die Schachnovelle (1942) geschrieben hatte. Petrópolis wurde 1825 von deutschen Kolonisten gegründet. Der von Tran häufig verwendete Rohstoff Kautschuk steht sinnbildlich für die Ausbeutung der Kolonien durch Kolonialmächte. Thu Van Trans Arbeiten waren zuletzt u.a. zu sehen: Moderna Museet, Stockholm (2017); Venedig Biennale (2017), Neuer Berliner Kunstverein (2016); Royal Museums of Fine Arts, Brüssel (2014); Centre Pompidou, Paris (2014); Palais des Beaux-Arts, Paris (2011, 2006).



Échec de Petrópolis
2018, Kautschukbaumholz, Sun-Print auf Karton, handgefertigte Schachfiguren aus Kautschuk,
10 x 64 x 64 cm, 3 Unikate + 1 AP, Zertifikat

4.900 Euro Mitglieder, 5.400 Euro Nichtmitglieder