Ich kann sagen was ich will


Still


1975, 00:04:40, PAL, schwarz-weiß, Ton


Einem medienkritischen Ansatz folgend werden in der zweiteiligen Arbeit Ich kann sagen was ich will grundlegende Kommunikationsstrukturen, der Zusammenhang von Bild und Ton, von Sehen, Hören und Verstehen befragt. Im ersten Teil zeigt das Bild den Künstler, wie er seine Lippen in einem Sprechakt bewegt, während auf der Tonspur nur Hintergrundgeräusche mit Räuspern und Husten zu hören sind. Das Betrachten wird zum irritierten Suchen, zum lippenlesenden Rätseln über den Inhalt des gesprochenen Wortes. Im zweiten Teil wird der der titelgebende Satz schließlich in diversen Intonationen gesprochen. Dabei verhalten sich der Ton und das Bild jedoch nicht deckungsgleich, manchmal ist der Ton nahezu lippensynchron, dann wieder klaffen Ton und Bild weit auseinander. Die unterschiedlichen Betonungen verleihen dem Satz variierende Bedeutungen. Die Arbeit spielt zum einen auf das Ideal der Freiheit der Rede an, reflektiert jedoch zugleich die „Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation“ – die Schwierigkeit, sich verständlich zu machen, unabhängig von der Sprache, die man spricht.